Gurke wächst über das Rankgitter hinaus.

Tod unter Gurken

Gurken sind ja witzige Pflanzen. Ich will immer sagen, witzige Tiere, aber es sind Pflanzen.

Katze in Kleidungsschublade

Das ist ein witziges Tier.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie solche Tentakelarme haben, mit denen sie nach allem in ihrer Nähe greifen, um es zu erwürgen. Ich rücke inzwischen jeden Tag die Sonnenblume und die Tomate weiter weg. Einen Blumenkasten habe ich auch schon auf die andere Balkonseite gehängt, damit wir irgendwann auch wieder an den Salat kommen, wenn der Lollo Bianco groß genug ist.

Ich muss zugeben, dass wir etwas naiv an die Gurken-Sache herangegangen sind. In dem Sinne, dass ich bei Pflanzen immer denke: Das klappt doch eh nicht. Wir sind doch die Garten-Assis und bei uns werden kaum alle Samen angehen und die Pflanzen schon gar nicht so groß werden. Mach mal lieber ein paar mehr.  Ähm – es zeigt sich, dass sich die Pflanzen rein gar nicht dafür interessieren, was wir uns zutrauen. Ja, irgendwo in meinem Gemüse-Balkon-Buch stand was von “die können zwei Meter hoch werden.” Sie sind noch längst nicht bei zwei Metern, aber das ist auch eher Grund zur Panik als zur Beruhigung. Im Nachhinein (und mein Gott, es ist ja erst Anfang Juli!) würde ich sagen – neun Pflanzen waren vielleicht doch ein bisschen viel für unseren Balkon. Zumal die neun Tomatenpflanzen auch keine Rücksicht auf unsere Gärtnerfähigkeiten nehmen.

Die Gurken haben inzwischen den Balkon übernommen. Und M. und ich arbeiten dafür schon an einer Gurken-Dystopie. Drei oder sieben Teile. Wie die Gurken die Macht übernehmen und die Menschheit versklaven.

Anfang Juni. Das war die Phase, in der alles bewachsen war, und so schön nach Bauerngarten aussah.

Der Garten im Frühling

Nun ja, Frühling ist es nicht mehr so ganz. Aber eigentlich habe ich auch nur eine Überschrift gesucht, unter der ich Fotos von der Entwicklung unseres Gartens posten kann.

Eigentlich war das ganze ja mal sehr ordentlich. (Nein, erstmal war es zwei Jahre sehr unordentlich, dann war es jetzt ein paar Wochen ordentlich.) Inzwischen sind auf jeden Fall alle Wegplatten wieder überwuchert und Mohn und Ringelblumen kommen an unerwarteten Stellen – zwischen den Schalotten – zum Vorschein.

Ganz vorne vor den ersten Wegplatten ist unser Kräuter- und Blumenbeet – eine Mischung aus war-schon-vor-uns-da (Rosen, Tulpen, Primeln und Sachen, die ich nicht kenne) und gesetzten Kräutern: Koriander, Lavendel, Minze, Salbei (circa ein Kubikmeter), Thymian und Oregano.

Im zweiten Beetabschnitt sind dann eine Reihe Kartoffeln, eine Reihe Buschbohnen und noch eine Reihe Kartoffeln.

Im dritten Kartoffeln und Schalotten und hinter den letzten Steinplatten bis zum Kompost die bienenfreundliche Mischung Blumenwiese. Neben dem Kompost wieder die Gattung war-schon-da: Johannisbeeren, Brennesseln und Brombeeren. Ach, und der Apfelbaum. Der war auch vor uns da.

Emily sitzt im Balkonkasten.

NEU: Jetzt mit noch mehr… weniger Reisen

Es ist bestimmt zwei Jahre her, dass ich meinen Blog angeguckt habe. Definitiv. Ich habe gerade 10 Minuten lang nach dem Login gesucht, damit ich wieder was schreiben kann. Und meine Zeitzone hier ist auch noch auf kanadische Zeit eingestellt.

Lange her alles. Und es ist auch nicht so, als ob ich jetzt einen großen Plan hätte, was ich mit dieser Seite mache. Ich mag sie nur irgendwie und darum bezahle ich auch weiterhin jedes Jahr meinen Hosting-Vertrag.

Und mit unserer schönen Kieselstein-Beeteinfassung gewinnen wir vielleicht auch noch den Wettbewerb zum "Spießer des Jahres". (Die schlechte Bildqualität ist natürlich gewollt und eine Metapher für unser Garten know-how.)

Und mit unserer schönen Kieselstein-Beeteinfassung gewinnen wir vielleicht auch noch den Wettbewerb zum “Spießer des Jahres”. (Die schlechte Bildqualität ist natürlich gewollt und eine Metapher für unser Garten know-how.)

Naja, das stimmt nicht so ganz. Die Idee, die ich hatte, ist quasi das Gegenteil von einem Reiseblog – was diese Seite ja mal war: Garten. Die Sesshaftigkeit schlechthin. Ich weiß nicht genau, wie es uns passiert ist, aber irgendwann vor vielleicht zwei Monaten haben wir uns angefangen, für unseren Garten zu interessieren. Seitdem haben wir angefangen, Gemüse vorzuziehen, den Garten umzugraben, Sommerblumen auszusäen, ein Kräuterbeet angelegt, Balkonkästen bepflanzt und vor allem: ab und zu zu gießen. (Also, wir haben Salat in die Balkonkästen gepflanzt. Keine Katzen. Das das oben ist ein vorher-Bild.)

Eigentlich hatten wir den Plan eine Reality Show daraus zu machen – weil “Menschen, die Dinge tun, von denen sie keine Ahnung haben” ja geradezu nach einer Fernsehshow schreit. Aber bis das soweit ist, dachte ich, vielleicht bekomme ich ja Lust hier unseren Fortschritt zu dokumentieren.

Nicht so kalt wie breit – Zurück in Kanada

Das Erste, was ich wohl zu meiner Rückkehr nach Montreal sagen muss: Es ist gar nicht soo kalt. Oder vielleicht besser: Es ist gar nicht so schlimm, dass es so kalt ist. Also, die meiste Zeit haben wir schon so zwischen –10 und –20 Grad hier, aber es fühlt sich nicht so schlimm an. Meistens. Wenn es windig ist schon.
Gut, ich habe den Vorteil, dass ich gerade bei einer lieben Freundin direkt gegenüber der Metro-Station wohne.
Gut, und man zieht sich halt so an, dass die kalte Luft lediglich an das Gesicht kommt. Und ich habe zusätzlich zu meiner Winterjacke einen dicken gesteppten Mantel geliehen bekommen. Und einen dicken gehäkelten Schal und passende Mütze dazu geschenkt bekommen. Ja, und ich ziehe auch meistens eine Strumpfhose unter die Jeans.
Aber neulich waren auch fast null Grad, da konnte ich sogar in Strumpfhose und Rock aus dem Haus gehen. Also, man gewöhnt sich schnell ein.

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Panorama Rocky Mountains

Richtige Berge

In den Rocky Mountains ist es anders. Auch hier ist das Land dünn besiedelt, aber es fühlt sich ganz anders an. Vor allem, weil die Nationalparks hier die Touristenattraktion schlechthin sind und es die entsprechenden Infrastrukturen gibt. Aber auch wenn es auf den riesigen Parkplätzen ein bisschen aussieht wie in Disneyland verläuft es sich ganz gut, sobald sich vom Parkplatz aus auf die Wanderung macht. Was allerdings auffällt ist, dass es hier NUR Touristenangebote gibt und ich mich gefragt habe, wo die ganzen Leute wohl wohnen, die hier in den kleinen Läden arbeiten. Der nächste Ort ist immerhin noch 50 km weit weg. (Nach zwei Tagen habe ich am Ende der Straße ein paar Häuser gefunden.) Weiterlesen

Prairie

Inseln in der Prärie

Das Besondere an Kanada ist auch, dass es hier irgendwie keine Orte gibt. Freistehende Höfe, Rastplätze und Motels von Zeit zu Zeit. Und Seen. Angeblich hat Kanada mehr Seen als alle anderen Länder auf der Welt zusammen. Und man kommt auch alle zehn Minuten an einem vorbei. Aber keine Orte. (Und man rast hier nicht über die Autobahn mit Schallschutzmauern, wo man einfach nichts mitkriegt.) Selbst die Bushaltestellen der Überlandbusse scheinen immer ziemlich im Nirgendwo zu sein. Weiterlesen

Flughafen von Winnipeg bei Sonnenuntergang

Quer durch Kanada

Von Toronto bis zu den Rocky Mountains braucht man drei Tage. Nonstop, reine Reisezeit und egal ob mit Auto, Bus oder Bahn. Kanada ist groß. Würde ich die gleiche Entfernung von Montreal bis nach Vancouver statt nach Westen nach Süden reisen, wäre ich in Venezuela.

Mein Transportmittel der Wahl ist Bus. Es ist das günstigste und sogar einigermaßen bequem. Im Greyhoundbus hat man mehr Platz als im ICE und meistens sogar Internet und Steckdosen. Außerdem fahren die Busse rund um die Uhr. Es ist also tatsächlich möglich die drei Tage, bzw. fünf für die ganze Strecke Montreal–Vancouver, am Stück zu reisen. Weiterlesen

Der große Platz in Tikal, Ausblick von einem der Tempel

Nun doch noch – Fotos aus Tikal

Bevor ich mich jetzt auf zu anderen Abenteuern mache, wollte ich euch doch nicht die Fotos aus Tikal vorenthalten. Und es ist in echt natürlich noch viel beeindruckender als auf den Fotos. Was mir vor allem vorher nicht so bewusst war, ist, dass Tikal nicht nur aus Ruinen besteht, sondern vor allem ein Nationalpark ist. Und das ganze Gebiet ist ziemlich groß und die Bäume ziemlich hoch. Es gibt außerdem unheimlich viele Tiere dort. Den ganzen Tag lang haben wir die Brüllaffen gehört. Allerdings auch nur gehört – die sind ziemlich scheu. Weiterlesen

Mülltonnen in der St. Laurent's Street, Montreal

Eigentlich wollte ich was ganz anderes sagen…

Jetzt versuche ich seit ungefähr 10 Tagen mal wieder etwas zu posten und von meinen Eindrücken von Tikal in Guatemala zu berichten. Dass es mir nicht gelungen ist, liegt bestimmt nicht an Tikal selbst, sondern vielmehr, dass ich halt andere wichtige Dinge zu erledigen hatte. Konkret, mich um einen Studienplatz für die Zeit nach meiner Reise zu bemühen. Nun, ich habe mich einen internationalen Master in den Medienwissenschaften beworben mit zwei Auslandssemestern. Wenn das klappt, kommt das Reisen also nicht ganz zu kurz. (Meine erste Version des Motivationsschreibens enthielt den Satz: “Ich suche für die nächsten zwei Jahre nach einer gesellschaftlich akzeptierten Form alle sechs Monate meinen Wohnort zu wechseln.” Aber der Satz hat es dann doch nicht in die endgültige Version geschafft.) Weiterlesen