Raining cats and dogs

Die Meinungen in Internetforen und Reisefuehrern gehen auseinander, ob man nach Mittelamerika eine Regenjacke mitnehmen sollte. Die einen sagen ja, gegen den Regen. Die anderen sagen, das einzige, was gegen tropischen Regen hilft, ist ein Dach.

Ich hab in den zwei Wochen in Corcovado drei Regenguesse erlebt. Im Haus, im Wald, im Boot. Das Dach gewinnt.

Das war der erste Regen. Es war nachts. Es klang als wuerde das Dach gleich zusammenbrechen, aber es hat funktioniert. Das zweite Mal war am Ende einer zweitaegigen Wanderung durch den Nationalpark. Und da haette nichts geholfen. Das heisst, doch die Ziplock-Beutel waren sehr gut. Nicht fuer mich, aber fuer alles, was ich dabei hatte. Es ist zwar gerade Trockenzeit und der Regen eigentlich ungewoehnlich frueh, aber ich hatte aus einer Eingebung heraus alle empfindlichen Sachen (Pass, E-Book-Reader, Tagebuch) in wasserdichte Beutel gepackt. Das macht wahrscheinlich die Erfahrung, dass man hier immer mal unerwartet in einem kleinen Motorboot landen kann. Hat mir jedenfalls die genannten Sachen gerettet. Denn es war alles so nass, als haette ich  eine halbe Stunde in der Badewanne gelegen. Ja, okay, wir sind das letzte Stueck durch einen huefthohen Fluss gewatet. Aber da kam es wirklich nicht mehr darauf an. Allerdings sind meine Wanderschuhe jetzt zum ersten Mal seit drei Jahren sauber (und bis zum dem Fluss waren sie auch von innen trocken).

Das letzte Mal war zu Beginn meiner Rueckreise von Corcovado nach San Jose. Abschiedsgeschenk.  Aber die war ja auch eh wieder aufregend. Mein Problem war, dass ich einfach das Prinzip nicht verstanden habe. Die Ranger hatten uns gefragt, – als wir noch zu dritt waren, ich wurde ja am dritten Tag mit zwei spanischsprachigen Volontaeren auf eine andere Station verfracht – ob wir wirklich nach Puerto Jimenez zurueck wollen oder ob wir nicht den kuerzeren Weg ueber Sierpe oder Uvita nehmen wollen. Was fuer eine Frage. Was sie uns nicht erklaert haben, war, dass uns niemand vom Park nach Sierpe bzw. Uvita bringen wuerde. Es kommen aber jeden Tag Ausflugsboote mit Touristen zu den Stationen. Und wenn ein Touranbieter von Sierpe oder Uvita dabei ist, kann man die Guides fragen, ob noch Platz auf dem Boot ist und sie einen auf der Rueckfahrt mitnehmen. Das heisst, man weiss nie im Voraus, ob die Fahrt an dem Tag klappt. Diese Informationen zu bekommen war ein Stueck Arbeit. So nett alle Ranger auch waren, mit ihren Erklaerungen waren sie sehr sparsam.

Auf diese Art klappte es natuerlich auch nicht, dass wir alle drei wieder zusammen zurueck fahren konnten. M und L hatten auf ihrer Station ein Boot Richtung Uvita, ich eins Richtung Sierpe. Eine Bootsfahrt von etwas mehr als einer Stunde mit touristischem Unterhaltungsprogramm. Sprich halbe Stunde Badepause am naechsten Strand. Nett, aber braucht man nicht wirklich, wenn man noch sieben Stunden Busfahrt vor sich hat. Die letzte Viertelstunde dieser Fahrt war mal wieder ziemlich nass. Das Boot hat zwar ein Dach, aber das hilft nur gegen Sonne, nicht gegen Regen. Immerhin war diesmal mein Rucksack trocken verstaut. Aber ich war durchgeweicht wie das Mal zuvor. So, dass ich nicht in den naechsten Bus nach San Jose steigen wollte, sondern mir in Sierpe ein Zimmer gesucht habe. Und mir die Busfahrt fuer den naechsten Tag aufgehoben habe.

Und ich glaube, dass diese ueberraschenden Regenguesse der wahre Grund sind, warum es hier so gut wie keine Katzen gibt. Tropischer Regen ist wie das Ausrutschen auf dem Badewannenrand. Da hilft keine Regenjacke.

Ein Gedanke zu „Raining cats and dogs

  1. Emily

    Uuuuaaaaaahhh. Klar, dass sich die vielen Katzen nicht raustrauen, wenn hinter jeder Ecke ein Regenguss lauert … da würde ich doch auch lieber drin bleiben und mir mein Futter anliefern lassen. Da kommt mir ja sogar der Kochtopf vor wie eine warme Badewanne!

    Schnurrr, Emily

    Antworten

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