Panorama Rocky Mountains

Richtige Berge

In den Rocky Mountains ist es anders. Auch hier ist das Land dünn besiedelt, aber es fühlt sich ganz anders an. Vor allem, weil die Nationalparks hier die Touristenattraktion schlechthin sind und es die entsprechenden Infrastrukturen gibt. Aber auch wenn es auf den riesigen Parkplätzen ein bisschen aussieht wie in Disneyland verläuft es sich ganz gut, sobald sich vom Parkplatz aus auf die Wanderung macht. Was allerdings auffällt ist, dass es hier NUR Touristenangebote gibt und ich mich gefragt habe, wo die ganzen Leute wohl wohnen, die hier in den kleinen Läden arbeiten. Der nächste Ort ist immerhin noch 50 km weit weg. (Nach zwei Tagen habe ich am Ende der Straße ein paar Häuser gefunden.)

Ich habe jetzt 5 Tage in Lake Louise im Banff–Nationalpark verbracht und bin etwas mehr als 30 km insgesamt gewandert. Und ich könnte noch ewig hier bleiben. Im Gegensatz zu Banff–Stadt gibt es hier keine Party-Szene. Man kann nach der Wanderung noch ein Bier trinken in einem der Ho(s)tel–Restaurants, aber das war es dann auch. Ansonsten ist es ziemlich ruhig hier. Da ich weiß, dass ich nicht die einzige bin, die in die Rocky Mountains will – im Gegenteil, ich habe seit Monaten mal wieder sehr viel deutsch hier gehört – ein paar meiner Highlights:

Lake Louise

Lake LouiseDer See selbst ist ein paar Kilometer vom Dorf weg und voller Touristen. Aber schon klar, warum. Es ist einfach eine der Aussichten, die man mit Kanada verbindet. See und Berge. Und ohne allzu große Anstrengungen erreichbar. Vom See aus kann man in viele Richtungen und auf vielen Wegen wandern. Allerdings wird für viele das Wandern in kleinen Gruppen und mit Bärenspray empfohlen. Bären sind scheu – deshalb Gruppen und viel Lärm machen und reden, damit die Bären merken, dass dort Menschen sind und wegbleiben. Vor allem während der Bārensaison. (Die ist übrigens jetzt.)

Lake Agnes Tea House

Lake AgnesDer Wanderweg zum Tea House ist einer der populärsten Wanderwege vom See aus. Und nicht ganz so einfach wie man annehmen mag, dafür dass hier jeder mit seiner Großmutter und Enkelkindern wandert. Die meisten Menschen, die sich hierher verirren, wollen halt wandern und haben entsprechend schon etwas Kondition. Die Touristeninfo sagt, der Weg umfasst hin- und zurück 7,2 km mit ca. 350 m Steigung. Klingt machbar. Ist es auch. Allerdings ist es so, dass man den gleichen Weg hin- und zurück nehmen muss. Tea HouseDas heißt, es sind 3,6 km mit 10% Steigung und 3,6 km mit 10% Gefälle, was etwas anstrengender ist. Macht trotzdem Spaß. Und das Tea House oben am kleinen Lake Agnes ist nett, rustikal und ohne Strom. Und die Preise sind nicht so überteuert, wie man annehmen könnte. Denn fast jeder würde fast jeden Preis zahlen nach der kontinuierlichen Steigung. (Die Preise sind überall überteuert hier.)

Lake Louise Gondola

Aussicht GondolaEin paar Kilometer in die andere Richtung gibt es noch die Gondola zum Mount Whitehorn. Im Winter ist es ein Skigebiet, im Sommer kann man entweder aus der Gondel oder dem offenen Sessellift nach Bären Ausschau halten. Was auch der Grund ist, warum man dort nicht lang wandern darf: Es gibt vermutlich die größte Bärenaktivität im Nationalpark Banff hier. Ich habe sogar einen Grizzlie gesehen, glaube ich. Also, alle anderen sagten, der braune Punkt wäre ein Bär. Ich hätte das jetzt nicht unbedingt von dem restlichen Wald unterscheiden können. Oben auf dem Berg hat man eine großartige Aussicht. Und es gibt ein Infozentrum, das erklärt wie man Grizzlies und Schwarzbären unterscheidet. Und was man macht, wenn man einem Bären begegnet. Festzustellen, welche Art von Bär man vor sich hat, scheint dabei aber nicht das Entscheidende zu sein.

2 Gedanken zu „Richtige Berge

  1. Emily

    Die Rockies sind sogar für Katzen gigantisch, die südlich des Mains leben, quasi Alpenvorland. Sind zwar nicht höher, aber viermal so lang. Würde da wirklich gern mal zum Bärenärgern hingehen. Übrigens … wie unterscheidet man denn nun Schwarz- von Grizzlybären? Am Geruch vielleicht? Und welche haben mehr Angst vor Katzen?

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    1. melli Artikelautor

      Bestimmt auch am Geruch. Aber so nah möchte ich ihnen dann nicht kommen. Sie ernähren sich übrigens von kleinen Tieren wie Eichhörnchen zum Beispiel. Ich wäre vorsichtig mti dem Ärgern.
      Grizzlies haben einen kleinen Buckel auf dem Rücken und eine breitere Kopfform als Schwarzbären. Die Fellfarbe kann nicht hingegen täuschen. Schwarzbären sind nicht unbedingt schwarz. In Banff leben allerdings vor allem Grizzlies.

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