Skyline New York

Wie man sich in New York ohne Smartphone zurecht findet

Man gehe ca. zwei Blocks in irgendeine Richtung zum nächsten Apple-Store, wähle ein Gerät nach Tageslaune und recherchiere, was immer man gerade sucht (meistens ja den Weg nach irgendwo). Es ist wirklich so einfach und hat für mich super funktioniert. (Und für Apple auch. Sobald ich aus New York weg war, hatte ich das dringende Bedürfnis mir ein Macbook zu kaufen. Und das war auch das Erste, was ich in Kanada gemacht habe.)

Zum einen gibt es wirklich genug Apple-Stores, so dass man nicht vorher wissen muss, wo die sich befinden. Und zum anderen, sind die Läden groß. Es ist immer viel los und man kann problemlos und ohne angesprochen zu werden, eine halbe Stunde im Internet surfen. Und da das Internet in meinem Hostel war unverschämt teuer war, habe ich das natürlich genutzt. In vielerei Hinsicht genauso gut wie ein Internetcafé. Ich schätze, die netten Service-Menschen hätten komisch geguckt, wenn ich gefragt hätte, wo ich was ausdrucken kann. Aber davon abgesehen… Man sollte halt gucken, dass man zum Schluss alle persönlichen Daten und die Browser–History löscht. Aber das macht man ja an jedem öffentlichen Rechner. (Dachte ich immer. In Wirklichkeit machen viele Menschen das nicht. Wer sich für das Privatleben anderer Leute interessiert, sollte sich mal die Download-Ordner dieser Computer angucken.)

Aber insgesamt war New York für mich eine Stadt, in der ich mich leicht zurecht finden konnte. Trotz der hundert verschiedenen Metro-Linien. Orientierungsmäßig kein Problem. Was mich viel mehr gestresst hat, waren die ganzen Fast Food Ketten und der Lärm. In New York blinkt und hupt alles. (Und seit dem staune ich immer wieder, wie leise es in Montréal ist.) Und dann natürlich solche Fragen wie, ob ich jetzt wieder anfangen muss, mich zu schminken. Oder mich sonst irgendwie einer Konsumgesellschaft angemessen verhalten muss. Aber auch das ist schön an New York: Man fällt nicht auf und man wird nicht komisch angeguckt. New York ist wirklich multikulturell. Und egal, wie man aussieht, was man macht oder mit welchem Akzent man Englisch spricht. Ich hatte das Gefühl, es würde nie jemand fragen: Wo kommt die wohl her? Das war eine sehr angenehme Erfahrung nach den ersten Monaten Reisen. Denn logischerweise fällt man in den meisten Teilen der Welt sofort als Fremder auf. Und das Prinzip mit einem einzigen Rucksack für mehrere Monate unterwegs zu sein, ist nicht nur für Menschen aus Mittelamerika, die selbst so gut wie nie reisen (können), komisch. Und selbst wenn es nicht alle komisch finden: man zieht jedenfalls schnell Aufmerksamkeit auf sich.

Soviel zu New York. Ich möchte aber nicht das andere Extrem zum Thema Smartphone (auf französisch übrigens téléphone intelligent) verschweigen: Ich war selbst im abgelegenen Corcovado Nationalpark in Costa Rica die Einzige, die kein iPhone hatte. Und dabei gibt es dort weder Internet noch Handyempfang! Ich verstehe das bis heute nicht so wirklich… aber es hat mich mindestens so sehr beeindruckt wie New York. Mittags wenn es so heiß wurde, dass man sich nicht mehr bewegen wollte, saß jeder mit seinem Telefon in der Hand auf der Terasse und hat Handyspiele gespielt oder Videos angeguckt. Und wenn man in San Pedrillo (so hieß die Rangerstation) doch telefonieren wollte, hatte man zwei Möglichkeiten: Man konnte ungefähr eine halbe Stunde einen Berg hochlaufen. Oder man ist mit dem Motorboot ca. zweihundert Meter vom Ufer weggefahren bis man Empfang hatte und konnte dann gegen den Wind ins Telefon schreien. Gut, in New York wäre man in dieser Entfernung schon wieder beim nächsten Apple Store angekommen…

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